Energieeinsparverordnung und Energieausweise

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung (amtliche Bezeichnung: Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden) ist das wesentliche Element der Energiespar- und Klimaschutzpolitik im Gebäudebereich. Dem Gebäudebereich kommt bei der Verbesserung der Energieeffizienz eine erhebliche Bedeutung zu, da Gebäude mit mehr als 40% einen erheblichen Anteil am gesamten Energieverbrauch haben. Ziel der Verordnung ist es, Neubauten mit möglichst sparsamer Energiebilanz zu erstellen und im vorhandenen Gebäudebestand die Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen zu mobilisieren.

Die EnEV trat am 1. Februar 2002 in Kraft und löste die bis zu diesem Datum anzuwendende Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung ab und fasste diese zusammen. Damit werden die Qualität der Gebäudehülle und die für Heizung und Trinkwassererwärmung notwendige Anlagentechnik in einem Regelwerk zusammengefasst und in die Energiebilanz des Gebäudes einbezogen.

Hauptanforderungsgröße für Neubauten ist der Jahres-Primärenergiebedarf eines Gebäudes. Der Jahres-Primärenergiebedarf gibt an, wieviel Energie für Heizung und Trinkwasseraufbereitung jährlich benötigt wird und bezieht dabei auch die Energieverluste für die Gewinnung, Umwandlung und Verteilung des jeweils eingesetzten Brennstoffes/Energieträgers mit ein.

Die zur Zeit gültige EnEV 2007 wird am 1. Oktober 2009 durch die novellierte Fassung der EnEV 2009 abgelöst, die weiter gehende Anforderungen an Neu- und Bestandsbauten stellt.

 

EnEV und Energieausweise

In der EnEV 2007 ist erstmals die Pflicht zur Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Gebäude eingeführt worden.

Ähnlich wie die Angabe von Energieeffizienzklassen bei Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen soll durch den Energieausweis der Energiebedarf/Energieverbrauch eines Gebäudes auf eine Größe gebracht werden. Der Energieausweis soll damit über die Energieeffizienz eines Gebäudes informieren und einen Hinweis auf die Energiekosten geben. Ein Rückschluss auf die tatsächlich entstandenen Energiekosten (Heizkosten) ist allerdings nicht möglich, da den Berechnungen pauschale Annahmen über Klima und Nutzungsverhalten zu Grunde liegen. Da der Energieausweis ausschließlich der Information der Gebäudenutzer dient, kann weder der Mietinteressent noch der Mieter daraus Folgen für den Mietvertrag ableiten.

Für bestehende Gebäude können Energieausweise auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des erfassten Energieverbrauchs ausgestellt werden.

Beim Bedarfsausweis wird der Energiebedarf unter Berücksichtigung des energetischen Zustandes des Gebäudes (Außenwände, Fenster, Decken) sowie der Heizungsanlage und des Energieträgers ermittelt. Im Energieausweis wird das Ergebnis dieser Berechnung als Energiebedarf [in kWh/(m² Jahr)] und Primärenergiebedarf („Gesamtenergieeffizienz“) [in kWh/(m² Jahr)] angegeben.

Verbrauchsausweise beruhen auf dem erfassten Energieverbrauch der vergangenen drei aufeinander folgenden Jahre. Grundlage hierfür ist der klimabereinigte Energieverbrauch aus der jeweiligen Heizkostenabrechnung.

Im Energieausweis wird das Ergebnis dieser Berechnung als Energieverbrauchskennwert [in kWh/(m² Jahr)] angegeben.

Aufgrund einer Empfehlung des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (www.vnw.de) haben wir uns überwiegend für die Erstellung von verbrauchsorientierten Energieausweisen entschieden. Dieser orientiert sich mehr am tatsächlichen Energieverbrauch als der theoretisch berechnete Bedarfsausweis.

Ab wann benötigen Gebäude Energieausweise?

Für Gebäude mit einem Baufertigstellungsjahr bis 1965 sind Energieausweise potenziellen Käufern/Mietern ab dem 1. Juli 2008 zugänglich zu machen. Für später errichtete Gebäude gilt dies ab dem 1. Januar 2009. Für Neubauten ist der Energieausweis bereits seit 2004 Pflicht.

Die Energieausweise für den Gebäudebestand der HSG finden Sie unter Details in den einzelnen Wohnanlagen.

 

Hier können Sie Muster eines verbrauchs- und bedarfsorientierten Energieausweises downloaden:

Muster_Energieausweis_Wohngebäude.pdf