Entwicklung der Heizkosten

Entwicklung des Verbraucherpreisindex für Erdgas

Wesentlicher Preistreiber innerhalb der Nebenkosten sind seit einigen Jahren mit deutlichem Abstand Gas und Heizöl.

1998 wurde der bundesdeutsche Energiemarkt für den freien Wettbewerb geöffnet. Zu dieser Zeit bestand große Hoffnung auf sinkende Gaspreise. Dieses Ziel wurde aber nur kurzfristig erreicht. Die Gaspreise fielen aufgrund des beginnenden Wettbewerbs in den Jahren 1998 und 1999. Doch seit dem Jahr 2000 steigen die Gaspreise leider kontinuierlich an.

Die Preissteigerungen bei Erdgas sind nicht zuletzt auf die Öl-Gaspreis-Kopplung zurückzuführen. In den Gasbezugsverträgen der Gasimporteure und anderer Großkunden, wie Stadtwerke und andere Weiterverteiler, ist der Gaspreis oft an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt. Steigt der Ölpreis auf den internationalen Rohstoffmärkten, wie in den letzten Jahren kontinuierlich geschehen, folgt ihm der Gaspreis mit einer zeitlichen Verzögerung von ca. sechs bis neun Monaten. Andere Preisbestandteile, wie Transport- und Vertriebskosten, Steuern, Gewinnmargen, sind von der Ölpreisentwicklung unabhängig.

Der Preis für Heizöl ist in derselben Zeit sogar etwa um das 3-fache gestiegen. In den nächsten Jahren ist also weiterhin mit einem Anstieg der Gaspreise zu rechnen.

Aus Sicht des Verbrauchers ist der Gaspreis in den Jahren 2004 - 2012 um 45,2% gestiegen. Nachfolgendes Schaubild gibt die Entwicklung des Verbraucherpreisindex für Erdgas in den Jahren 2004 - 2012 wieder, wie sie für ganz Deutschland ermittelt worden ist (2010 = 100).

 

Quelle: Preise, Daten zur Energiepreisentwicklung, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2013

Aus der Entwicklung des Verbraucherpreisindex für Erdgas ergeben sich folgende jährliche Änderungen des Erdgaspreises für ganz Deutschland in Prozent:

 

Quelle: Preise, Daten zur Energiepreisentwicklung, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2013

Entwicklung des Verbraucherpreisindex für Fernwärme

Ein ähnliches Bild ergibt sich aus Sicht des Verbrauchers für den Bezug von Fernwärme in den Jahren 2004 - 2012 (2010 = 100). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der Bezugspreis für Fernwärme in diesem Zeitraum um 54,8% gestiegen, in diesem Zeitraum zum Vorjahr stieg der Bezugspreis bereits um 42,4%.

 

Quelle: Preise, Daten zur Energiepreisentwicklung, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2013

Aus der Entwicklung des Verbraucherpreisindex für Fernwärme ergeben sich folgende jährliche Änderungen der Bezugspreise für Fernwärme für ganz Deutschland in Prozent:

 

Quelle: Preise, Daten zur Energiepreisentwicklung, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2013

Entwicklung der Heizkosten bei der HSG

In den Jahren 2008 - 2012 sind die Heizkosten für die mit Erdgas beheizten Wohnanlagen bei der HSG (= 63% des Wohnungsbestandes) um insgesamt 7,1% leicht gesunken. Demnach mussten unsere Mieter im Jahr 2012 durchschnittlich 10,10 € pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche und Jahr für Heizung ausgeben. Das sind rund 84 Cent monatlich pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche. Die Heizkosten beinhalten neben dem Preis für Erdgas auch Heizungsnebenkosten. Das sind nach der Heizkostenverordnung umlagefähige Kosten für die Abrechnung (Wärmemessdienst), Wartung, Betriebsstrom und die Anmietung der Heizkostenverteiler. Die Heiznebenkosten haben einen Anteil von 12,3% an den gesamten Heizkosten. Die hier dargestellten Zahlen beinhalten auch die Kosten für die Trinkwassererwärmung und sind über den gesamten, mit Erdgas beheizten Wohnungsbestand gemittelt. Da in einigen zentralbeheizten Wohnanlagen Trinkwasser über Durchlauferhitzer erwärmt wird, können die hier dargestellten Heizkosten nur einen mehr oder minder groben Anhaltspunkt für die tatsächlich entstandenen Heizkosten einer Wohnung darstellen. Aufgrund der unterschiedlichen Gebäudesubstanz und des individuellen Heizverhaltens ist ein unmittelbarer Rückschluss auf die eigenen Heizkosten allerdings nicht möglich.

 


Eine ähnliche Situation zeigt sich bei den mit Fernwärme versorgten Wohnanlagen der HSG (= 27% des Wohnungsbestandes). In den Jahren 2008 - 2012 sind die Heizkosten für die mit Fernwärme beheizten Wohnanlagen bei der HSG um insgesamt 0,8% leicht gesunken. Die prozentuale Senkung ist im Vergleich zu den mit Erdgas beheizten Wohnanlagen geringer ausgefallen, da das Preisniveau für Fernwärme in den vergangenen Jahren bereits über dem von Erdgas lag (2002: 7,51 € für Erdgas im Vergleich zu 8,19 € für Fernwärme). Demnach mussten unsere Mieter im Jahr 2012 durchschnittlich 11,07 € pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche und Jahr für Heizung ausgeben. Das sind rund 92 Cent monatlich pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche. Auch hier beinhalten die Heizkosten neben dem Preis für Fernwärme Heiznebenkosten, die einen Anteil von 9,8% an den gesamten Heizkosten ausmachen.

Auch hier gilt das oben Gesagte: Die dargestellten Zahlen beinhalten auch die Kosten für die Trinkwassererwärmung und sind über den gesamten, mit Fernwärme beheizten Wohnungsbestand gemittelt. Da in einigen zentralbeheizten Wohnanlagen Trinkwasser über Durchlauferhitzer erwärmt wird, können die hier dargestellten Heizkosten nur einen mehr oder minder groben Anhaltspunkt für die tatsächlich entstandenen Heizkosten einer Wohnung darstellen. Auch hier ist aufgrund der unterschiedlichen Gebäudesubstanz und des individuellen Heizverhaltens ein unmittelbarer Rückschluss auf die eigenen Heizkosten nicht möglich.



Im Mai 2012 konnte der VNW mit E-ON Hanse einen neuen Rahmenvertrag für die Lieferung von Erdgas verhandeln. Die Vertragslaufzeit begann im Oktober 2012 und endet März 2016.

Als wesentliche Verbesserung um dem stetigen Preisanstieg entgegen zu wirken, wurde vereinbart, dass der Gaspreis nicht mehr an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt ist und die Belieferung der Mitgliedsunternehmen des VNW mit Erdgas auf Basis einer strukturierten Tranchenbeschaffung mit E-ON Hanse basiert. Das heißt, durch die entsprechend hohe Abnahmemenge aller Mitgliedsunternehmen gemeinsam, konnte ein wesentlich günstigerer Preis erzielt werden, als es bei der Ölpreisbindung der Fall gewesen wäre.


Maßnahmen zur Energieeinsparung bei der HSG

Um den steigenden Energiepreisen entgegenzuwirken, haben wir in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen zur nachhaltigen Senkung des Heizenergieverbrauches ergriffen. Im Einzelnen handelt es sich um

  • die Erneuerung von bestehenden Heizungsanlagen
  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • Dämmung der Außenwände, der obersten Geschossdecke und ggf. der Kellerdecken

Von den 2.041 Wohnungen in unseren Wohnanlagen sind zum Ende des Jahres 2012 1074 Wohnungen mit Vollwärmedämmung und 52 Wohnungen mit Teilwärmedämmung ausgestattet. Damit sind aktuell 55% des HSG-Wohnungsbestandes wärmegedämmt. Im Jahr 2013 werden noch einmal 42 Wohnungen mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet.

Die Erneuerung bestehender Heizungsanlagen erfolgt in der Regel durch Gas-Brennwertkessel. Diese nutzen – verglichen mit modernen, konventionellen Heizkesseln – den Energiegehalt des eingesetzten Erdgases deutlich besser aus, da auch die in den Abgasen enthaltene Wärme des Wasserdampfes genutzt wird. Erdgas verbrennt überwiegend zu Kohlendioxid und Wasserdampf. Herkömmliche Heizungsanlagen können die Wärme des Wasserdampfes allerdings nicht verwerten und blasen diese über den Schornstein in die Umwelt. Brennwertgeräte hingegen kondensieren diesen Wasserdampf und nutzen die dabei frei werdende Wärme zusätzlich. Im Unterschied zu konventionellen Heizkesseln verbrauchen diese deutlich weniger Energie und geben erheblich weniger Schadstoffe an die Umwelt ab. Optimal arbeiten Brennwertkessel, wenn das Heizsystem mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeitet. Der Einsatz dieser Heizungstechnik macht insbesondere in bereits gedämmten Wohnanlagen Sinn.

Weitere Einsparpotenziale ergeben sich durch hydraulische Abgleiche. Zielsetzung ist es, die in einem Gebäude befindlichen Heizkörper gleichmäßig mit Wärme zu versorgen, so dass die Heizungsanlage auf einem niedrigeren Temperaturniveau energiesparend arbeiten kann. Durch hydraulische Abgleiche können auch störende Strömungsgeräusche im Heizsystem vermieden bzw. reduziert werden.